Rasteder Ortsbild schützen

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Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Bauen hat einen Planauftrag auf den Weg gebracht, um das Ortsbild vor architektonischen Fehlentwicklungen zu bewahren. Obwohl die Entscheidung auf einen CDU-Antrag zurückgeht, zeigte sich Hendrik Lehners enttäuscht.

Von Britta Lübbers

Hintergrund ist ein Antrag der CDU-Fraktion vom Januar 2021. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, dem Fachausschuss die geltende Gestaltungssatzung (aus dem Jahr 1991) vorzustellen, die ortsbildprägenden Straßenzüge, Plätze und Gebäude aufzuzeigen, eine Arbeitsgruppe „Städtebaulicher Gestaltungsbeirat“ zu initiieren und der Politik regelmäßig Bericht über neue Entwürfe zu erstatten. Die CDU weist in ihrer Begründung darauf hin, dass in der Vergangenheit bei Bauvorhaben im Ortskern oftmals wirtschaftliche Interessen Vorrang hatten und das Ortsbild nicht immer ausreichend geschützt worden sei. Hier möchte man gegensteuern. „Es soll sichergestellt werden, dass sich Neubauten sensibel und harmonisch in die ortsbildprägende Umgebung einfügen und historische Gebäude vor einem schnellen Abriss bewahrt werden“, heißt es im Antrag.

Die Verwaltung folgte den Argumenten und kündigte an, einen Planungsauftrag vorzubereiten. Zunächst soll eine Bestandsaufnahme erfolgen, zu einem späteren Zeitpunkt soll sich die Öffentlichkeit mit Ideen und Anregungen beteiligen können. Die Kosten wurden auf 30.000 Euro beziffert.

„Stark irritiert und tief enttäuscht“ zeigte sich Hendrik Lehners (CDU). „Wozu haben wir so lange gewartet? Erst hören wir anderthalb Jahre nichts, dann wird ein Planungsbüro beauftragt“, wunderte er sich. „Wir möchten eine Arbeitsgruppe aus Experten, Bauschaffenden, Politik und Bürgern, einen städtebaulichen Beirat“, fügte er hinzu. Hier schaltete sich Bürgermeister Lars Krause ein und machte darauf aufmerksam, dass eine fachliche Begleitung fest eingeplant sei, ebenso wie die Bürgerbeteiligung.

Evelyn Fisbeck (FDP) bewertete den Antrag als „gut, aber spät“. Man habe bereits einige Bausünden ertragen müssen. Rüdiger Kramer (SPD) bezeichnete es als vernünftig, zunächst Fachleute anzuhören. „Wir brauchen eine gute Grundlage, bevor wir in die Diskussion einsteigen.“ Das meinte auch Dirk Bakenhus (UWG). „Wir müssen rechtlich abgesichert sein, bevor wir die Bürgerinnen und Bürger einbinden.“ Es handele sich um einen wichtigen Antrag, erklärte Sabine Eyting (Grüne). Sie möchte, dass auch die veränderten Anforderungen an Klima- und Umweltfragen beim Ortsbild Berücksichtigung finden. Letztlich wurde der Beschlussvorschlag – unter Einbeziehung einer „ergebnisoffenen Bürgerbeteiligung“ – einstimmig verabschiedet.

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