Neuer Vorsitz, offene Fragen

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Auf ihrer Hauptversammlung wählten die Mitglieder des Kunst- und Kulturkreises Rastede (KKR) Siegfried Chmielewski zum 1. Vorsitzenden. Er löst Bernd Meyer ab, der eine Ehrung der Oldenburgischen Landschaft erhielt. Noch unklar ist der künftige Kurs des Vereins.

Von Britta Lübbers

Er sei kein Kultur-Experte, aber er habe „eine innige Haltung zu Kunst und Kultur“, sagte Siegfried Chmielewski, als er sich der Versammlung zur Wahl stellte. Bis Februar ist der Kaufmann und Banker noch Vorstand der Raiffeisenbank Rastede. Erfahrungen in Führung hat er reichlich, so gehört er u.a. auch dem Vorstand der Bürgergenossenschaft und des Lions Clubs Rastede an. „Ich kann Ihnen keinen reibungslosen Übergang versprechen“, sagte er, „aber die Zusage geben, dass ich gemeinsam mit Ihnen die notwendigen Weichen für die Zukunft stellen werde.“ Das Votum für Chmielewski war einstimmig.

Mit einer Enthaltung wurde Gunter Zinkraf zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Der Franke lebt seit 15 Jahren in Rastede und ist im Nebenberuf Kulturveranstalter (Events & Promotion). Auch er kündigte an, die künftigen Herausforderungen im Team zu meistern.

Ursel Schwalbe bleibt Kassenwartin, Jutta Strobach Schriftführerin.

Gunter Zinkgraf löst Hartmut Jacob ab, Siegfried Chmielewski kommt für Prof. Dr. Bernd Meyer, der nicht zur Wiederwahl antrat und ein letztes Mal durch die Versammlung führte. Vorab erhielt er die Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft. Meyer habe den Verein erfolgreich geführt und immer auch auf eine solide finanzielle Grundlage geachtet, erklärte Landschaftspräsident Prof. Dr. Uwe Meiners.

Bernd Meyer hatte die Vereinsführung 2009 übernommen, mit zwölf Amtsjahren ist er der am längsten amtierende Vorsitzende des KKR. Während seiner Amtszeit fanden u.a. rund 50 Kunstausstellungen, ca. 100 Theater- und Musikveranstaltungen sowie ein internationales Bildhauersymposium statt. Bürgermeister Lars Krause überbrachte den Dank der Gemeinde und würdigte Meyer als „einen Kämpfer an vorderster Front für die Kultur in Rastede“.

Bürgermeister Lars Krause (l.) und Landschaftspräsident Uwe Meiners (r.) würdigten die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden Bernd Meyer | Foto: Lübbers

Der scheidende Vorsitzende wollte die Ehre nicht alleine annehmen, sie gebühre zum großen Teil den Ehrenamtlichen, betonte er. Besonders der im September überraschend verstorbenen Palaisleiterin Claudia Thoben verdanke er sehr viel. „Sie hat das Palais und den Verein mit Inhalt und Leben gefüllt. Sie hatte für jeden ein freundliches Wort, sie hat in 20 Jahren für den KKR immens viel erreicht. Es wird schwer werden, die Lücke, die sie hinterlässt, zu füllen.“ Die Versammlung gedachte Claudia Thoben mit einer Schweigeminute.

„Besetzt die Stelle neu“

Meyer erinnerte daran, dass der KKR nach der Kündigung des Nutzungsvertrags durch die Gemeinde nun nicht mehr Hausherr, sondern Gast im Palais sei. „Der Verein konzentriert sich jetzt auf das Programm und die Ehrenamtlichen.“ Wie es konkret weitergeht, sei aber offen. „Die genaue Abgrenzung zwischen Gemeinde und KKR fehlt noch, da muss weiter miteinander geredet werden.“

Meyer geht nicht davon aus, dass die Sanierungsarbeiten im Palais im kommenden Jahr beginnen. Ungewiss sei, welche Rolle der Verein während der Bauphase spielen wird.

Ungeklärt ist zudem, ob es einen Ersatz für Claudia Thoben gibt. Meyer verwies auf die Gesellschafterversammlung der Residenzort Rastede GmbH (zu der Thoben hätte wechseln sollen), die im November stattfindet. „Ohne dieses Gremium geht nichts.“

In der anschließenden Aussprache fragte Evelyn Fisbeck, ob das Palais sonntags dauerhaft geschlossen bleibt. „So lange es keine Hauptausstellung gibt, macht eine Sonntagsöffnung keinen Sinn“, erwiderte Meyer. „Unsere Arbeit war erfolgreich, weil wir Hauptamtliche hatten, die die Ehrenamtlichen angeleitet haben.“ Das Konzept sei kaputt, weil die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Britta Lottmann nun bei der Residenzort Rastede GmbH angestellt und Claudia Thoben nicht mehr da ist. „Du hast doch Einfluss“, wandte er sich an Ratsfrau Evelyn Fisbeck. „Besetzt die Stelle neu.“

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