Lob und Kritik für Markt-Planung

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Der Edeka-Markt, der im Zentrum von Wahnbek gebaut werden soll, war jetzt Thema im Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Straßen. Die Politik stimmte für die modifizierten Pläne. Anwohner äußerten ihre Ängste vor einer Zunahme von Lärm und Verkehr.

Von Britta Lübbers

Fast schien es, als sei der neue Markt von der kommunalen Agenda verschwunden. Bereits 2015 hatte Investor Fritz Bohmann mit dem Betreiber des NP-Lebensmitteldiscounters an der Schulstraße über die Umwandlung des Supermarkts in ein Edeka-Vollsortiment verhandelt. Da der bisher genutzte Bereich zu klein für einen Umbau ist, soll auf der westlichen Freifläche ein neues Gebäude errichtet werden, in das auch die Bäckerei Müller & Egerer umzieht. Der neue Markt soll eine Verkaufsfläche von 1200, der Backshop von 165 Quadratmetern erhalten. Ende 2015 hätte der Neubau eigentlich bezugsfertig sein sollen. Doch das Vorhaben zog sich hin. In dieser Woche stellte Ina Rehberg von der NWP-Planungsgesellschaft der Politik die Anregungen vor, die im Rahmen der öffentlichen Beteiligung vorgebracht wurden.

Haupteinwand von Anwohnern ist die Sorge vor einer Zunahme des Lärms. Bereits im Vorjahr hatte Rehberg das Ergebnis des Schallgutachtens im Ausschuss vorgestellt. Demnach soll die Lieferzone (im Bereich Hohe Brink/Donaustraße) durch eine 2,80 Meter hohe Schutzwand von der Wohnbebauung abgeschirmt werden. Zudem soll jetzt eine zusätzliche Schutzmauer (nördlich Richtung Donaustraße) zwischen dem bestehenden und dem neuen Gebäude errichtet werden, die für Fußgänger durchlässig ist.

Es habe auch Einwände hinsichtlich der Gestaltung des Baukörpers gegeben, berichtete Ina Rehfeld. Die von ihr während der Sitzung gezeigten PowerPoint-Ansichten sind allerdings nur Beispiele. Die tatsächliche Optik des Supermarkts werde in einem städtebaulichen Vertrag geregelt und könne deutlich von den präsentierten Entwürfen abweichen, unterstrich Rehberg.

Im westlichen Planbereich muss eine Eiche gefällt werden, für sie wird eine Eiche am südöstlichen Rand gepflanzt.

Ein schlechtes Bild

„Wir haben alles durchprüfen lassen, die Anregungen der Bürger wurden weitgehend berücksichtigt“, äußerte Rüdiger Kramer (SPD) sein Einverständnis mit den Plänen. Anderer Ansicht ist Evelyn Fisbeck (FDP). Sie sei schockiert über die optische Ausführung, die sie für eine Zumutung hält. „Das ist ein absoluter Fremdkörper“, ärgerte sie sich.

„Vor nunmehr fünf Jahren haben wir uns für den neuen Markt entschieden, wir sollten heute zustimmen“, meinte hingegen Erich Bischoff (CDU). „Das was wir hier sehen, ist ja noch nicht die Endfassung.“

Sabine Eyting (Grüne) regte an, als Ersatz für den zu fällenden Baum zwei Eichen zu pflanzen. Außerdem kritisierte sie, dass die Gebäude-Entwürfe den Fraktionen nicht vor der Sitzung zugestellt wurden. „Es ist zutiefst ärgerlich, dass wir das erst jetzt sehen.“

Auch Theo Meyer (UWG) äußerte sich kritisch. Für seine Fraktion stehe die Versorgung Wahnbeks im Vordergrund. Aber das Marktgebäude gebe ein schlechtes Bild ab und passe nicht in die Landschaft.

Bei der Abstimmung votierte jedoch nur die FDP gegen die Pläne, die anderen Fraktionen stimmten zu.

Kritik kam auch von den Besuchern. Eine Anwohnerin befürchtet, dass die Verkehrssituation an der Schulbushaltestelle unübersichtlich und für die Schüler gefährlich werde.

Ein Ehepaar, das an der Donaustraße wohnt, zeigte sich schon jetzt genervt vom Lärm rund um den Markt und forderte eine geschlossene Mauer zwischen den Gebäuden.

Bürgermeister Lars Krause sicherte zu, die Einwände aufzunehmen und zusätzlichen Lärmschutz zu prüfen.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der nächsten rasteder rundschau.

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