Keine ruhige Kugel schieben

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Pétanque-Sportler vom VfL Rastede qualifizieren sich für Deutsche Meisterschaft im Saarland

Von Kathrin Janout

„Die Chance zur Deutschen Meisterschaft zu fahren, ist einmalig“, betont Helfried Franz. „Das lass ich mir nicht entgehen!“ Dem 67-Jährigen steht die Freude über seine Qualifikation ins Gesicht geschrieben. Gemeinsam mit Sieglinde Martens und Olaf Wätjen wird er Mitte September zur Deutschen Pétanque-Meisterschaft nach Ensdorf im Saarland fahren und um den Titel der Triplette 55plus kämpfen. „Man tritt zu dritt als Team an“, erklärt Helfried Franz, „alle sind 55 Jahre oder älter“. Insgesamt werden 128 Mannschaften teilnehmen, darunter 15 aus Niedersachsen. „Vom VfL Rastede haben sich fünf Sportler qualifiziert. Karl-Heinz Wilken und Stefan Schröder bilden gemeinsam mit Gabi Teichmann vom PC Wildeshausen das zweite Team.“

Was von außen betrachtet nach einem eher entspannten Sport aussieht, ist in Wahrheit ziemlich anstrengend. Eine ruhige Kugel schieben? „Nicht, wenn man es als Wettkampfsport betreibt“, betont Franz. Volle Konzentration sei erforderlich, um erfolgreich zu sein, und das meistens über viele Stunden. „An einem Liga-Tag hat man bis zu sechs Spiele“, so Franz, „da steht man manchmal zehn Stunden auf dem Platz“. Innerhalb des Teams gebe es eine klare Aufgabenverteilung, erklärt er. Die eigene Kugel nach vorne drücken, die gegnerische wegschießen oder eine weitere möglichst dicht legen – „taktisch ist das ein irres Spiel“.

Fahren zur Deutschen Pétanque-Meisterschaft: v.l. Stefan Schröder, Gabi Teichmann und Karl-Heinz Wilken | Foto: privat

Zweimal in der Woche trainieren die Pétanque-Spieler auf den Plätzen hinter dem VfL-Sportforum. Im sogenannten Boulodrome steht ihnen eine professionelle Anlage mit Flutlicht zur Verfügung. „Man kann jederzeit dazukommen“, betonen die Sportler. Auch Kinder könnten hier mitmachen, Pétanque sei schließlich ein Sport für alle Generationen. „Das ist ja das Schöne“, meint Helfried Franz. „Der älteste unter uns ist 83 Jahre alt und hat erst vor drei Jahren angefangen.“ Die Regeln seien dabei erstmal gar nicht so schwer. Und die Wurftechnik könne an die körperliche Fitness angepasst werden. „Man muss zum Beispiel nicht zwangsläufig zum Werfen in die Hocke gehen.“ Ob Boule als Freizeitsport oder Pétanque in der Wettkampfvariante – die VfLer freuen sich über Neuzugänge und stellen gern Kugeln zur Verfügung: „Schnuppere doch einfach mal rein in eine Abteilung, die es versteht, Sport und Spaß mit französischer Lebensart zu kombinieren.“

Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.petanque-rastede.de oder in der VfL-Geschäftsstelle.

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