Im Göhlen wird groß gebaut

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Grünes Licht für ein neues Wohngebiet im Göhlen hat gestern der Bauausschuss gegeben. Auf einer Wohnbaufläche von 9,7 Hektar sollen im nördlichen Bereich des Tenniscenters rund 100 Bauplätze für Ein- und Doppelhäuser sowie einige Mehrparteienhäuser entstehen. Der Weg zur Entscheidung war ausgesprochen mühsam.

Von Britta Lübbers

Obwohl der Erste Gemeinderat Günther Henkel zu Beginn darauf hingewiesen hatte, dass erst in einer zweiten Sitzung die Details beraten werden, zerfaserten sich die Ausschussmitglieder in langatmigen Überlegungen zu Auffahrtsbreiten und Dachfarben. Vorab jedoch war Werner Steimer vom NWP-Büro am Zug, der dem Ausschuss und rund 50 Bürgern in einem überaus kleinteiligen Vortrag die Pläne erläuterte. Die Gäste saßen eng, die Luft war zum Schneiden.

Das Wohngebiet, das über die Straßen Im Göhlen und Mühlenstraße an das vorhandene Verkehrsnetz angeschlossen wird, soll eine großzügige Begrünung erhalten. Vorgesehen ist die naturnahe Gestaltung des Regenrückhaltebeckens, ein kleiner Teich im Planbereich soll als Biotop dienen.

Anders als bei anderen Wohngebieten in der Gemeinde gibt es dieses Mal zahlreiche Auflagen. Die Höhe der Häuser ist auf 9,50 Meter, die Länge auf 16 Meter begrenzt. Staffelgeschosse sind unzulässig. Die Grundstückseinfahrt beträgt maximal 3,5 Meter. Zäune und Mauern im Vorgarten dürfen höchstens 1,10 Meter, Anpflanzungen 1,40 Meter hoch sein. „Mit den Vorgaben möchten wir Auswüchse, wie sie in der Vergangenheit vorkamen, vermeiden“, betonte Steimer.

„Es handelt sich hier um die Abrundung eines bestehenden Gebiets, die Pläne sind gut und vernünftig“, sagte Rüdiger Kramer (SPD). Nicht einverstanden war er mit der Verkehrsanbindung. „Muss wirklich alles über den Göhlen laufen?“, fragte er und sprach sich für eine zweite Zufahrt aus.

Torsten Wilters (CDU) lobte „die tolle Planung“ und regte zugleich an, die zulässige Einfahrtsbreite auf 4,50 Meter zu vergrößern. Zudem empfindet er es als einschränkend, dass die Dächer lediglich in Rottönen gehalten sein dürfen. „Anthrazit, zum Beispiel, müsste doch auch möglich sein.“

„Wir Grünen wollen den Flächenverbrauch reduzieren und weisen nun ein neues Baugebiet aus“, machte Sabine Eyting gleich selbst auf einen augenfälligen Widerspruch aufmerksam. „Aber wir müssen als Mittelzentrum auch Wohnraum für Unterzentren zur Verfügung stellen“, fügte sie hinzu. Es sei sinnvoll, im Göhlen ein ganzes Gebiet zu überplanen und langsam zu entwickeln.

Lars Krause (SPD) sprach sich dafür aus, „den Bereich nicht über Jahre hinweg zu erschließen“. „Wieso soll das jetzt in einem Rutsch passieren?“, wunderte sich Gerd Langhorst (Grüne). „Das Gebiet Südlich Schlosspark wurde auch in Abschnitten erschlossen.“

Keine Antwort bekam ein Bürger, der vor Beginn der Sitzung fragte, wie viel Bauland in den vergangenen fünf Jahren in Rastede ausgewiesen wurde. Das wisse er nicht aus dem Kopf, sagte Bürgermeister Dieter von Essen. Ein anderer Besucher wollte wissen, ob es möglich sei, „beim Flächenverbrauch noch gegenzusteuern“. „Wir müssen die Gewerbe- und Wohnbauentwicklung voranbringen. Das Tempo entscheidet der Gemeinderat“, antwortete der Bürgermeister.

Die zweite Beratungsrunde zum Göhlen wird im ersten Quartal 2017 stattfinden.

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