Wieder Weihnachtserinnerung im Palais

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Theater Orlando präsentiert erneut Truman Capotes stimmungsvolle Erzählung als szenische Lesung

Von Britta Lübbers

Im vergangenen Jahr hatte das Theater Orlando erstmals „Eine Weihnachtserinnerung“ des amerikanischen Autors Truman Capote als szenische Lesung inszeniert. Theatermacherin Sylvia Meinung hatte sich in die berührende Geschichte verliebt, die Jahrzehnte alt ist und doch nichts von ihrer Magie verloren hat. Es war der zweite Corona-Winter in Folge, Kulturschaffende mussten kreativ sein, wollten sie ihre Bühnen bespielen. Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen verhinderten vielfach das übliche Programm. Auch das Theater Orlando ließ sich für die Weihnachtsgeschichte etwas einfallen, platzierte das Publikum so, dass es zuhören konnte, aber nicht gedrängt saß. Die eigens ausgesuchte Illumination für den Palaisgarten und die von der Oldenburger Künstlerin Marina Ruhl komponierte Musik zauberten zusätzlich Stimmung in das ohnehin stimmungsvolle Ambiente. „Die Besucher waren sehr angetan, wir haben so tolle Rückmeldungen erhalten“, freut sich Sylvia Meining. Nun soll die Lesung ein zweites Mal stattfinden, und auch diesmal war zunächst nicht klar, ob alles läuft wie gewünscht. Aufgrund der Energie-Einsparauflagen in öffentlichen Gebäuden hätte das Projekt kippen können. Hätte die Gemeinde entschieden, das Palais zu schließen, wäre die Lesung ausgefallen. So aber zieht die Geschichte in die obere Etage. Denn hier ist die Dauerausstellung untergebracht, und die Raumtemperatur darf nicht unter 18 Grad fallen. Also wird moderat geheizt, das Haus kann genutzt werden und die Lesung stattfinden.

In „Eine Weihnachtserinnerung“ erzählt Truman Capote von der Freundschaft zwischen einem siebenjährigen, elternlosen Jungen und einer älteren Verwandten mit einem kindlich-sanften Herzen. Er ließ eigene Erfahrungen in die Handlung einfließen. Der Junge und die Frau sind arm, aber ihre Weihnachtszeit ist reich an Freundschaft und Atmosphäre. Sie sammeln Nüsse und Beeren, backen Früchtekuchen und basteln sich heimlich Geschenke. Noch als Erwachsener erinnert sich der Junge von einst wehmütig an die Zeit der einfachen Genüsse, der Wärme und Zuneigung zurück.

Vom 25. bis zum 27. November gibt es täglich Aufführungen (19 Uhr); am 24. November findet die Lesung um 17 Uhr statt. Im Dezember geht es weiter, und zwar am 2., 3., 4, 10., 11., 16., 17., 18 und 23. Dezember (19 Uhr).

Informationen und Anmeldung unter www.theater-orlando.de.

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