Eine Idee, die Schule machen sollte

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Die erste von „Wohnungspaten“ renovierte und eingerichtete Wohnung ist fertig. Anfang Mai ist eine Familie aus der Ukraine eingezogen.

Claudia Kuiper

„Wir sind hier sehr zufrieden und brauchen nur das Nötigste“, richtete Natalia Balashova über die Sprachmittlerin Fidan Murphy aus. Frau Balashova ist mit ihrer Tochter Ludmyla, ihrem Enkel Oleg und den zwei Katzen Kitty und Alex vor dem russischen Angriffskrieg aus Kiew geflohen. Sie sind die ersten, die über das Projekt der Wohnungspaten in eine eingerichtete Unterkunft einziehen konnten. Ungetrübt ist der Einzug in diesen Zeiten natürlich nicht. Natalia macht sich Sorgen um ihre beiden Söhne und Ludmylas Ehemann, die in der Ukraine geblieben sind.

Die Wohnung der Balashovas wurde von der Rasteder Familie Clausen als Paten komplett eingerichtet: von den Möbeln über die Küchenausstattung bis zu den Lampen und den Bildern an der Wand. „Im Namen der Gemeinde Rastede möchte ich Sie hiermit herzlich willkommen heißen“, begrüßte Lars Krause die Familie Balashova. Deren Einzug nutzten der Bürgermeister sowie AWO-Vorstandsmitglied Thore Wintermann, Bernd Gottwald, Leiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales, und Gemeindesprecher Ralf Kobbe für einen Ortstermin.

Mitte März hatte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) der Gemeinde Rastede leerstehende Wohnungen für die Unterbringung von Geflüchteten zur Verfügung gestellt. Daraufhin hatte die Gemeinde das Projekt der „Wohnungspaten“ ins Leben gerufen. Für die insgesamt 19 Unterkünfte wurden Freiwillige gesucht, die die Wohnungen selbstständig renovieren und für geflüchtete Menschen einrichten sollten.

„Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei der AWO bedanken“, sagte Lars Krause. Die 19 Wohneinheiten seien ein guter Puffer für die Gemeinde, denn man wisse nie, wie sich die Situation entwickle und wie viele Menschen noch kurzfristig aufgenommen werden müssten.

„Die AWO steht für Solidarität“, erklärte Thore Wintermann, „daher haben wir die Wohnungen gerne der Gemeinde Rastede mietfrei angeboten, das heißt, es müssen nur Nebenkosten gezahlt werden. Wir sind mit der Verwaltung schnell und unkompliziert ins Gespräch gekommen, das erleben wir nicht oft. Die innovative Idee der ‘Wohnungspaten‘ sollte eigentlich Schule machen.“

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