Lichter entzünden gegen Gewalt

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„Orange Day“: Ammerländer Gleichstellungsbeauftragte setzen am heutigen 25. November ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

rr | Seit 2016 wird am internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auch ein sichtbares Zeichen gesetzt: Gebäude auf der ganzen Welt erstrahlen am „Orange Day“ in orangem Licht. In diesem Jahr beteiligen sich erstmals auch die Ammerländer Gleichstellungsbeauftragten an dieser Aktion, um auf die Gewaltproblematik aufmerksam zu machen. So werden heute Abend, am 25. November, die Rathäuser in den Landkreis-Gemeinden in Orange leuchten. Alle Bürgerinnen und Bürger sind als Zeichen der Solidarität eingeladen, ein Licht auf die Fensterbank zu stellen.

„Gerade in der Pandemiezeit mit Homeoffice, Homeschooling und geschlossenen Kitas kam es verstärkt zu Stresssituationen und damit auch zu mehr Gewalt in Familien. Betroffen sind in erster Linie Frauen und Kinder. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dieses Thema sichtbar zu machen und die Menschen für diese Problematik zu sensibilisieren“, teilen die Ammerländer Gleichstellungsbeauftragten mit. Hilfe für betroffene Frauen und Männer gibt es seit vielen Jahren in den jeweiligen kommunalen Gleichstellungsbüros sowie in der Gleichstellungsstelle des Landkreises.

Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen der Welt. Sie kann jede Frau treffen – unabhängig von Alter, sozialem oder kulturellem Hintergrund. Geschlechtsspezifische Gewalt hat unzählige Gesichter und wirkt sich auf alle Lebensbereiche von Frauen und Mädchen aus.

In Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau durch ihren Partner getötet. Jede vierte Frau erlebt sexuelle und/oder körperliche Gewalt. Laut Statistik gibt es jährlich 140.000 Fälle von häuslicher Gewalt. 24 Prozent der Frauen werden Opfer von Stalking, 42 Prozent von psychischer Gewalt. Nur 20 Prozent nutzen die bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote. Meist beginnt die Gewalt in Beziehungen schleichend, und sie ist selten ein einmaliges Problem.

Gewalt entsteht oft aus falschem Rollenverständnis, Kontroll- und Machtanspruch, Erziehung, familiären Prägungen, Arbeitslosigkeit, Trennung, Schulden oder Suchterkrankungen. Zusätzlich schaffen die digitalen Medien völlig neue Räume für Gewalt. Kinder, die in gewalttätigen Beziehungen aufwachsen, sind ebenfalls häufig von direkter Gewalt betroffen.

Hilfe und Unterstützung in Gewalt- und Konfliktsituationen gibt es bei den Ammerländer Gleichstellungsbeauftragten.

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