Gewalt kommt nicht in die Tüte

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Landkreis unterstützt den „Tag gegen Gewalt an Frauen“ mit einer besonderen Aktion

rr | Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November startet der Landkreis Ammerland unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte! Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen!“ eine Brötchentütenaktion, an der sich 15 Bäckereien im Ammerland beteiligen. Initiiert wird das Projekt vom Kreispräventionsrat in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis häusliche Gewalt im Ammerland.

„Wir möchten mit dieser Aktion einen Beitrag dafür leisten, Betroffene von häuslicher Gewalt zu ermutigen, sich beraten zu lassen und sich Hilfe zu holen. Deshalb befinden sich auf den Brötchentüten die Kontaktdaten des gemeinsamen Frauen- und Kinderschutzhauses der Landkreise Ammerland und Wesermarsch sowie der Fachberatungsstellen vor Ort“, erläutert Landrätin Karin Harms. Mit dem QR-Code auf den Tüten können Hilfesuchende auch direkt auf die entsprechende Informationsseite des Landkreises Ammerland www.ammerland.de/Häuslichegewalt verbunden werden und dort weitere Unterstützungsangebote finden.

Laut Bundeskriminalamt hat es in den letzten fünf Jahren bundesweit einen Anstieg der Partnergewalt um etwa 11 Prozent gegeben – über 80 Prozent der Opfer sind weiblich. „Auch im Ammerland hat es in den Jahren 2016 bis 2019 einen Anstieg der Fälle häuslicher Gewalt von jährlich 98 auf 140 Fälle im sogenannten Hellfeld gegeben“, bestätigt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Anja Kleinschmidt, die den Arbeitskreis häusliche Gewalt im Ammerland leitet. Sie erläutert die Zahlen wie folgt: „Dies sind ausschließlich die Fälle, die der Polizei bekannt geworden sind. Das Dunkelfeld wird als deutlich größer eingeschätzt. In den Präventionsgremien wird der Anstieg der Opferzahlen auch als daran ablesbare Entwicklung vom Dunkelfeld zum Hellfeld gewertet.“

„Die Präventionsarbeit im Ammerland hat viel dazu beigetragen, dass das Thema häusliche Gewalt in den letzten Jahren aus der Tabuzone herausgeholt wurde und sich immer mehr Betroffene Hilfe suchen. Damit sich auch Opfer von häuslicher Gewalt angesprochen fühlen, die wir bisher mit herkömmlichen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit nur schwer erreichen konnten und die bislang kaum Zugang zu Hilfs- und Beratungsangeboten finden, haben wir den Aufruf auf den Brötchentüten mehrsprachig verfasst“, ergänzt Alena Schulz, Präventionsfachkraft im Jugendamt. Der Appell „Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen“ findet sich auf den Tüten neben Deutsch in den derzeit acht gängigsten Sprachen zugewanderter Menschen im Ammerland: Englisch, Französisch, Arabisch, Kurdisch, Türkisch, Polnisch, Farsi und Rumänisch.

Die Brötchentütenaktion wird über den Zeitraum vom 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) bis zum 10. Dezember (Tag der Menschenrechte) durchgeführt und durch weitere Öffentlichkeitsarbeit auf der Internetseite des Landkreises sowie mit Plakaten und Informationsflyern begleitet. Weitere Branchen und Dienstleistungsbetriebe im Landkreis Ammerland, die diese Aktion ebenfalls unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen entsprechendes Aktionsmaterial anzufordern. Informationen hierzu finden sich unter www.ammerland.de/aktiongegengewalt.

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