Lernen und Lehren im Passivhaus

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Schulausschuss beschließt hohen Energieeffizienz-Standard für den geplanten Erweiterungsbau an der KGS Wilhelmstraße. Eine neue Förderrichtlinie machte dies möglich.

Von Kathrin Janout

Modern und gut ausgestattet soll der neue Anbau an der KGS Wilhelmstraße werden, da sind sich Politik, Verwaltung und Lehrerschaft einig. Architekt Oliver Ohlenbusch vom Rasteder Architekturbüro „gruppe omp“ stellte die Planungen für die Erweiterung nun öffentlich im Schulausschuss vor und stieß damit auf breite Zustimmung bei den Ausschussmitgliedern. Demnach soll der bestehende Trakt aus dem Jahr 2018 in südlicher Richtung erweitert und somit Platz für sechs Unterrichtsräume geschaffen werden. Ein Klassenraum, vier sogenannte MINT-Räume (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaft-Technik) und ein MINT-Labor sind vorgesehen. Zusätzlich zeigt die Planung mehrere kleinere Räume, die zukunftsorientiertes Lernen in Gruppen ermöglichen sollen. Außerdem wird es Materialräume, einen Technikraum und ein Büro für den Schul-Administrator geben. All das war in enger Zusammenarbeit mit der Schule abgestimmt worden. Eine wichtige Frage blieb aber noch offen: Welchen energetischen Standard soll der Neubau haben? Man müsse eine Balance finden zwischen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutzzielen, betonte Geschäftsbereichsleiter Fritz Sundermann zu Beginn der Beratungen. Ursprünglich hatte die Verwaltung daher vorgeschlagen, das Gebäude auf Basis des Energieeffizienz-Standards 55 zu planen. Nun aber sorgte eine neue Fördermöglichkeit für Spielraum bei dieser Entscheidung – und brachte den Passivhaus-Standard auf den Plan. Für Vorhaben mit einem Baubeginn nach dem 1. Juli gelte ein Tilgungszuschuss von 20 Prozent, erklärte Sundermann. Die geschätzten Kosten für den Neubau würden nach dieser Rechnung rund 2,9 Millionen Euro betragen. Zum Vergleich: Der vorher angedachte Energieeffizienz-Standard 55 hätte nach derzeit noch geltender Förderung rund 3,1 Millionen Euro gekostet.

Der Erweiterungsbau bietet Platz für rund 200 Schülerinnen und Schüler | Grafik: gruppe omp

„Danke dem, der die neuen Fördermöglichkeiten gefunden hat“, freute sich Dirk Bakenhus (UWG) über diese Mitteilung der Verwaltung. Und auch die anderen Ausschussmitglieder zeigten sich zufrieden. „Wir alle haben uns auf die Fahne geschrieben, bis 2040 eine klimaneutrale Gemeinde sein zu wollen“, betonte Kai Küpperbusch (CDU). Dieses Ziel solle man im Auge behalten. „Ich bin sehr glücklich, dass wir heute einen großen Schritt in diese Richtung gehen“, fügte Sabine Eyting (Grüne) hinzu. Evelyn Fisbeck (FDP) stimmte ebenfalls für das Vorhaben. „Ich sehe es aber trotzdem kritisch, an ein Haus, das höchstens KfW 55 hat, ein Passivhaus anbauen zu wollen“, sagte sie. Wie genau dies umgesetzt werden soll, konnte Oliver Ohlenbusch in dieser Sitzung noch nicht abschließend beantworten. Auch was die Belüftungstechnik und spezielle Fragen zur Ausstattung angehe, seien weitere Abstimmungen mit den zuständigen Fachplanern erforderlich. Wer diese sein werden, stehe aber erst Ende Januar fest. Der Ausschuss könne dann etwa im März mit Antworten rechnen, schätzte Ohlenbusch.

Trotzdem: Die Richtung steht schon mal fest. Stimmt der Verwaltungsausschuss dieser Beschlussempfehlung zu, kann das Vorhaben auf den Weg gebracht werden – und die KGS voraussichtlich im Sommer 2023 die neuen Räume beziehen.

 

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