Noch Luft nach oben

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Die „Zukunftsbürger für Rastede“ hatten Bürgermeister Lars Krause zum Dialog ins ev. Gemeindehaus eingeladen. Rund 18 Gäste beteiligten sich rege an der Diskussion und äußerten Kritik am Radwegenetz, den Wunsch nach mehr Bürgermitwirkung und forderten einen konsequenten Einsatz für den Klimaschutz.

Von Britta Lübbers

Die Gastgeber möchten keinen Vortrag hören, stellte Udo Frigger von den Zukunftsbürgern eingangs klar. „Den habe ich auch gar nicht vorbereitet“, entgegnete der Bürgermeister. Tatsächlich führte die Runde einen engagierten Diskurs über die zuvor festgelegten Themen Verkehr, Bürgerbeteiligung und Energiewende.

Von den Anwesenden kritisiert wurde das Radwegenetz. Die Radwege seien vielfach zu eng, die Wegeführung zu unübersichtlich und gefährlich. Krause, der sich als leidenschaftlichen Radfahrer bezeichnete, stimmte in vielen Punkten zu. Eine neue Verkehrsführung sei aber nicht im Handstreich zu haben und brauche Zeit.

Verbesserungsbedarf sahen die Anwesenden auch bei der E-Mobilität. „Es gibt in Rastede keine funktionierende E-Ladesäule für Pkw“, ärgerte sich ein Bürger. Andere Kommunen seien da deutlich weiter.

Er sei bereit, sich mit Umlandgemeinden auszutauschen, erwiderte Krause. „Aber nicht nach dem Motto: Gemeinde mach mal.“  Als Anschub sei das in Ordnung, er führe bereits entsprechende Gespräche.

Bessere Pläne

Beim Thema Bürgerbeteiligung wies Krause darauf hin, dass er neue Formate angeschoben habe, darunter den Bürgerdialog und das niedrigschwellige Angebot „Bürgermeister vor Ort“. Auch verwies er auf die Arbeitsgruppe zum Freibad, an der sich Verwaltung, Politik, Fachleute und Bürger gleichermaßen beteiligt hatten. Um den Spielplatz in Nethen zu entwickeln, habe man Kinder ins Rathaus eingeladen, die dort ihre Ideen vorstellen konnten.

Die Gäste machten deutlich, dass aus ihrer Sicht bei der Bürgermitwirkung noch Luft nach oben ist. Man wünsche sich eine Beteiligung, die vor der Entwurfsfindung ansetzt, sagte ein Besucher. „Wenn die Planer wissen, was die Bürger wollen, werden die Pläne besser.“

Mehr Mut und Ehrlichkeit

Klar sprach sich Krause noch einmal für die Windenergie aus. „Wer raus will aus der Atomkraft, muss andere Energieformen zulassen.“ Insgesamt habe die Gemeinde einiges angeschoben in Sachen Klimaschutz, darunter die Einrichtung der neuen Stelle des Klimaschutzbeauftragten. Es habe viele Bewerber auf den Posten gegeben, das Verfahren laufe noch.

Geli Wald von den Zukunftsbürgern lobte die Abkehr von Plastikverpackungen in der Verwaltung. Man müsse im Kleinen anfangen, meinte auch Krause. Wichtig sei ihm der Austausch mit Gruppen wie Fridays for Future (FFF) oder der KGS-Initiative „Es geht um Meer!“.

Stefan Mester von FFF in Rastede erinnerte an den Forderungskatalog, den die Gruppe dem Bürgermeister im Sommer überreicht hat. Er habe das Papier an die Fraktionen weiter gegeben, sagte Krause.

Mit dem Verzicht auf Plastikfolie für Blumengeschenke sei es nicht getan, ärgerte sich ein Bürger. „Mir fehlen Mut und Ehrlichkeit in der Politik. Die Lage ist dramatisch. Wir müssen handeln.“ Das meinte auch Stefan Mester. Vor der Corona-Pandemie seien rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen, passiert sei nichts. Er erwarte, dass Kommunalpolitiker Druck ausüben und so Einfluss auf bessere umweltpolitische Rahmenbedingungen nehmen.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der nächsten rasteder rundschau.

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