Partnerschaft mit Dobrzyca

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Der Gemeinderat Rastede hat sich am Dienstag einstimmig für die Partnerschaft mit dem Dorf im westlichen Teil Polens ausgesprochen. Die Feierlichkeiten im Rahmen des Abkommens werden bedingt durch Corona wohl erst 2021 stattfinden können.

Von Britta Lübbers

Seit 20 Jahren gibt es die kommunale Partnerschaft zwischen den Landkreisen Pleszew und Ammerland. Beide Kreise verfügen über sechs Gemeinden bzw. Städte, bis auf Rastede sind inzwischen alle Ammerland-Kommunen eine deutsch-polnische Partnerschaft eingegangen. Wiederholt hatte Dobrzyca den Wunsch nach einer Verbindung mit Rastede bekundet, aber die Gemeinde reagierte ausweichend und verwies auf bereits bestehende Freundschaften zwischen Schulen, Vereinen und Feuerwehren. Nun hat ein Umdenken stattgefunden. Die Verwaltung begründete dies mit „erheblichen Veränderungen im kulturhistorischen Bereich“ in Rastede, darunter der Kauf des Palais-Ensembles sowie die Neubewertung des Schlosspark- und des Palais-Areals. Auch das 9000-Einwohner-Dorf Dobrzyca besitzt ein Palais. Dieses wurde auf den Resten einer Festung aus dem 16. Jahrhundert errichtet.

Ziel der Partnerschaft, so steht es in der Beschlussvorlage, soll eine Zusammenarbeit auf verschiedenen kommunalen Ebenen sein, darunter Kultur und Tourismus, aber auch Sport, Wirtschaft, Umweltschutz sowie Brauchtums- und Jugendpflege. An erster Stelle stünden Begegnungen zwischen den Menschen sowie der Austausch in Vereinen und Institutionen.

Fünfeinhalb Jahre habe der Nationalsozialismus in Polen gewütet und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, sagte Dieter Ahlers. „Mit dieser Partnerschaft setzen wir 75 Jahre nach Kriegsende ein wichtiges Zeichen.“

„Es hat 20 Jahre und drei Bürgermeister gedauert, bis wir die Partnerschaft endlich eingehen“, erklärte Evelyn Fisbeck (FDP). „Ich bin unserem Bürgermeister sehr dankbar, dass er sich auf diesen Weg begeben hat.“ Eine Städtepartnerschaft sei ein Geben und Nehmen. „Wir werden uns auf Augenhöhe begegnen und voneinander profitieren“, unterstrich Fisbeck.

Wichtig sei, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen, betonte Rüdiger Kramer (SPD). „Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass dieser Austausch gelingt.“

Sabine Eyting (Grüne) verwies auf die große Bedeutung internationaler Partnerschaften in Zeiten des um sich greifenden Nationalismus. „Immer mehr steht das Eigeninteresse im Vordergrund und nicht das, was die Menschen verbindet. Wir aber wollen Brücken bauen“, bekräftigte Eyting. Dazu gehöre auch, dass beide Seiten durchaus kritische Fragen stellen dürften. Sie glaube an die Tragfähigkeit der Verbindung. „Es wird ein Erfolg auf ganzer Linie werden.“

„Es geht um Völkerverständigung und darum, voneinander zu lernen“, hob Bürgermeister Lars Krause hervor. Zugleich wies er darauf hin, dass die für den Sommer geplanten Feierlichkeiten zur Vertragsunterzeichnung aufgrund der Corona-Krise wohl auf das kommende Jahr verschoben werden müssen.

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