Diskussion um „rote Gebiete“ geht weiter

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Wissenschaftsminister Björn Thümler hat Zweifel an der Aussagekraft der Messstelle zur Nitratbelastung der Region Moorriem, Fuchsberg und Ipweger Moor. Durch die Antwort des Umweltministeriums auf seine Kleine Anfrage zum Thema sieht er sich bestätigt.

Von Britta Lübbers

In der vergangenen Woche waren Minister Thümler und Jens Nacke, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, in der Boßelerburg in Borbeck mit dem Groll von Landwirten konfrontiert worden (wir berichteten). Eingeladen zum Diskurs über die Niedersächsische Düngeverordnung hatte der CDU-Gemeindeverband Rastede. Die Verordnung sieht vor, jene Bereiche als rote Gebiete zu kennzeichnen, in denen zu viel Nährstoff im Wasser ist. Hier soll der Düngergebrauch stark reduziert werden. Das aber führe zu geringeren Erträgen und weniger Einnahmen, klagten die Bauern. Für viele Kleinbetriebe sei die neue Verordnung eine enorme Belastung. Zudem übten die Landwirte harsche Kritik am Messverfahren. Die Messstellen seien vielfach nicht aussagekräftig, monierten sie, ihre Zahl zu gering. Man habe die Ergebnisse einfach hochgerechnet und so das Bild verfälscht. Auch Rastede ist betroffen. Die Messstelle „Klein Bornhorst IV“ trifft Aussagen über Moorriem, Fuchsberg und das Ipweger Moor und definiert diese Bereiche als belastet. Dass die Messung repräsentativ ist, zweifelten nicht nur die Bauern, sondern auch Thümler und Nacke an.

Der Minister hatte das strittige Vorgehen zum Gegenstand einer Kleinen Anfrage im Landtag gemacht. Die Antwort aus dem Umweltministerium liegt nun vor und Thümler sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Bereiche Moorriem-Fuchsberg und Ipweger Moor „im Zuge einer Neubewertung der Messstellen nicht mehr berücksichtigt werden dürfen“.

Björn Thümler hatte die Einschätzung als „nitratbelastet“ von Anfang an für falsch gehalten, weil sie sich auf die Grundwassermessstelle Klein Bornhorst am Stadtrand von Oldenburg bezieht. Er stellte in seiner Anfrage fest, dass ein räumlicher Zusammenhang mit der Moorregion Moorriem-Fuchsberg-Ipwege „unwahrscheinlich“ sei. Hier stimmte das Umweltministerium Thümler zu. Wörtlich heißt es: „Das Grundwasser fließt von der höher gelegenen Geest in die Unterwesermarsch bzw. Moorgebiete. Die Messstelle Klein Bornhorst IV liegt am Geestrand, das Grundwasser fließt der Messstelle von der westlich gelegenen Geest zu, somit nicht von den Moorflächen. Von einer Beeinflussung des Messergebnisses an der Messstelle Klein Bornhorst durch die Moorflächen ist daher nicht auszugehen.“

Gegenüber Björn Thümler gibt das Umweltministerium den Nitratdurchschnittswert aller Messstellen in der Wesermarsch mit 0,28 mg/l an. Thümler: „Dieser Wert liegt deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l. Das bestätigt noch einmal die Aussagen aus der Landwirtschaft, wonach sich Grünlandbewirtschaftung und Nitratbelastung im Grundwasser nachweislich ausschließen.“

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