Prävention bei Kindern und Jugendlichen verbessern

Fachausschüsse befürworten die Teilnahme am Projekt „Communities That Care“. Mit Hilfe einer Schülerbefragung sollen Probleme in der Gemeinde Rastede analysiert werden.

Von Kathrin Janout

Die Gemeinde Rastede möchte sich umfassend mit dem Thema Prävention bei Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Auf Vorschlag der Gleichstellungsbeauftragten Anke Wilken entschieden am Dienstagnachmittag der Schulausschuss und der Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss in öffentlicher Sitzung, das Projekt „Präventionsnetz-Rastede“ durchzuführen. Dies soll mit Hilfe von „CTC – Communities That Care“ (deutsch: Kommunen, die sich kümmern) geschehen. Dabei handelt es sich um eine Methode, die Kommunen zur Planung und Steuerung ihrer Präventionsarbeit einsetzen können. Vorhandene Bedarfe und Ressourcen in der Prävention sollen mit CTC ermittelt werden. Frederick Groeger-Roth, Projektkoordinator des Landespräventionsrats, stellte das Vorhaben im Dorfkrug Delfshausen vor.

Das Herzstück des Projekts wird eine Schülerbefragung sein, die Einblick in das Leben der Zwölf- bis 17-Jährigen geben soll. Dies geschieht mit Hilfe eines webbasierten Fragebogens, der im Verlauf einer Schulstunde bearbeitet wird. Die KGS Rastede habe bereits ihre Kooperation bei diesem Verfahren zugesagt, berichtete Anke Wilken. Mit der Förderschule am Voßbarg sei sie im Gespräch, so die Gleichstellungsbeauftragte. Bei der Befragung äußern sich die Schülerinnen und Schüler anonym zu verschiedenen verhaltensbezogenen Problemen wie beispielsweise Alkohol- und Drogenmissbrauch, Teenagerschwangerschaften, Gewalt, Depressionen und Ängste, Kriminalität, Schulabbruch, Mobbing oder Diskriminierung. Dies geschehe unter Einbeziehung von sogenannten Risikofaktoren (z.B. Konflikte in der Familie, die die Wahrscheinlichkeit späterer Verhaltensprobleme erhöhen) und Schutzfaktoren wie beispielsweise der Bindung zur Familie.

„CTC ist auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaut“, betonte Groeger-Roth. Die Auswertung erfolge in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim. Das Programm werde an die Bedürfnisse der Gemeinde angepasst. Nach Auswertung der Befragung könnten dann bereits vorhandene Maßnahmen analysiert, der Umfang der Angebote untersucht und Lücken in der Präventionsarbeit aufgespürt werden, so Groeger-Roth. Dabei werden auch Kindertagesstätten und Grundschulen einbezogen. „Anhand der Ergebnisse sieht man, wo in der Gemeinde Rastede etwas getan werden muss.“

Anke Wilken hat ein solches Projekt bereits in Oldenburg durchgeführt. Unter ihrer Leitung soll eine Lenkungsgruppe mit Gemeindevertretern und Ehrenamtlichen aus dem Bereich Jugendarbeit gebildet werden. „Die Teilnahme ist natürlich freiwillig“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Das Projekt ist auf zwei Jahre angesetzt. Zwischen den Oster- und Sommerferien solle die Befragung in den Schulen stattfinden. Sobald die Auswertung vorliege, folge der Austausch über die Ergebnisse und die Untersuchung bestehender Angebote. Dies könne bis etwa März 2020 dauern, kündigte Wilken an. Erst dann beginne die Erstellung eines Handlungskonzepts. Der Gemeindehaushalt bleibe von diesem Projekt unberührt, sagte sie. Für 70 Prozent der Kosten werde es eine Förderung geben und der kommunale Eigenanteil von 30 Prozent wäre durch den Einsatz von fünf Wochenstunden ihrer eigenen Stelle gedeckt.

Die Ausschussmitglieder äußerten sich positiv zu dem Projekt. Es werde dadurch ein Netzwerk der verschiedenen Präventionsmaßnahmen in der Gemeinde gebildet, so Sabine Eyting (Grüne). Man schaffe eine Basis, auf die man in der Zukunft zurückgreifen könne. Sylke Heilker (CDU) sah die Gemeinde mit diesem Projekt in einer Vorreiterposition und Dirk Bakenhus (UWG) begrüßte, dass die Gemeinde auf diese Weise wissenschaftlich fundierte Daten bekomme. Nur Evelyn Fisbek (FDP) äußerte sich zunächst kritisch. Ihr erschien der Prozess langwierig und nicht praxisorientiert. Letztlich konnten ihre Bedenken aber ausgeräumt werden und auch sie stimmte ebenso wie alle anderen Mitglieder der Ausschüsse dem Beschlussvorschlag zu.

Weitere Informationen zu CTC unter www.ctc-info.de

 

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