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Der HGV plant fünf verkaufsoffene Sonntage. Foto: Kapels


Mahnende Worte auf HGV-Versammlung

„Der Einzelhandel blutet aus“
Von Britta Lübbers

Eine erfolgreiche Schlosstaler-Aktion, die kaum beachtete Teilnahme am Weihnachtsmarkt, die insgesamt schwierige Situation des Handels: Es war eine gemischte Bilanz, die Dieter Kley, Vorsitzender des Rasteder Handels- und Gewerbevereins (HGV), auf der Jahreshauptversammlung im Akademiehotel zog. Bevor er das Jahr 2011 aus Sicht des HGV Revue passieren ließ, warnte er eindringlich vor dem Verlust der Angebotsvielfalt in Rastede.

 


Zwar werde das neu errichtete City-Center gut angenommen, aber andere Läden wie das Traditionsgeschäft Spille oder „Männersachen“ hätten aufgeben müssen. Auch die Filialisten schwächelten: „Ihr Platz hat geschlossen, ob Schlecker bleibt, ist fraglich“, sagte Kley. „Der Einzelhandel blutet aus“, so seine düstere Prognose. Dass immer mehr Friseurgeschäfte in Rastede eröffnen, beruhigt ihn nicht, im Gegenteil. „Früher wurde Rastede als Textil-Town bezeichnet. Heute kann man von Friseur-Town sprechen.“ Er vermisse einen Dialog mit der Gemeinde, monierte Kley. Die Verwaltung setze zwar auf die Ansiedlung von Gewerbe, habe aber ansonsten kein Gewerbekonzept. Nur mit einem interessanten Einzelhandelsangebot könne Rastede als Einkaufsort punkten und Kaufkraft binden. Daher strebe der HGV an, gemeinsam mit der Gemeinde, der Residenzort Rastede GmbH sowie Immobilienvermietern Einfluss auf den Branchenmix zu nehmen.

Als positive Aktion des HGV nannte der Vorsitzende u.a. die neue Weihnachtsbeleuchtung längs der Oldenburger Straße, auch wenn aus Kostengründen nicht alle Bäume hätten illuminiert werden können. Eine Spendenaktion habe nicht den gewünschten Erfolg gehabt. „Hier müssen wir noch nachbessern“, meinte Kley. Die Lichternacht müsse ebenfalls optimiert werden, um ihrem Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Ausgesprochen unzufrieden war Kley mit der Teilnahme der HGV-Mitglieder am Weihnachtsmarkt. Es habe kaum Helfer gegeben, sodass es fraglich sei, ob die Kaufleute in diesem Jahr erneut mitmachen. Überhaupt mangele es den Mitgliedern zuweilen am Engagement für die gemeinsame Sache, kritisierte der Vorsitzende. Erneut sprach er sich dafür aus, zu einheitlichen Öffnungszeiten zu kommen: „Wir müssen die Verkrustungen der fünfziger und sechziger Jahre auflösen.“ Zufrieden war er hingegen mit der Schlosstaler-Aktion, bei der diesmal rund 5000 Karten (2010: 3000 Karten) abgegeben wurden. 80 Prozent der Teilnehmer waren Rasteder. „Das ist eines der besten Ergebnisse der vergangen Jahre.“

Fünf verkaufsoffene Sonntage hat der HGV für dieses Jahr beantragt, die an folgenden Terminen stattfinden sollen: 1. April (Frühlingsmarkt). An diesem Tag können die Kunden mit D-Mark in den HGV-Geschäften bezahlen. 6. Mai (Landpartie). 19. August (Oldtimertreffen). Dieser verkaufsoffene Sonntag gilt nur für den Bereich, der als „Ausflugsort“ klassifiziert ist. 21. Oktober (Herbstmarkt) und 11. November (Martinstag). „Zu diesem Anlass wollen wir uns pfiffige Aktionen einfallen lassen“, kündigte Kley an.

Bei den Vorstandswahlen wurde er erneut in seinem Amt bestätigt, ebenso wie Uwe Albertzard (2. Vorsitzender), Guido Bartz (Schriftführer) und Klaus Duddeck (Kassenwart). Rudolf Brinkhaus stellte sein Amt (Marketing/PR) zur Verfügung. Seine Nachfolgerin wurde Sylke Heilker. Zu Beisitzern gewählt wurden Jessica Bakenhus und Andreas Wiernik.

 

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