Aus den unterschiedlichsten Gegenständen montiert sie ebenso verblüffende wie einzigartige Objekte. Sie malt, klebt und schraubt. Sie schreibt, verziert, und zeichnet. Eine Auswahl ihrer Gemälde, Collagen und Rauminstallationen sind noch bis zum 22. April im Palais Rastede zu sehen. „Wie lange dauert Glück“ hat die vielseitige Künstlerin die sehenswerte Ausstellung genannt. Man muss Zeit mitbringen, um die vielen Details auf sich wirken zu lassen. Aber die Aufmerksamkeit wird belohnt. Denn wann hat man all diese oft winzigen Dinge schon einmal in einer solchen Anordnung gesehen? Die alten Bücher unter einer dicken Wachsschicht. Eine zarte Matrosenfigur, gebettet auf hölzernen Brettspielen. Die Modellhäuschen einer unsichtbaren Eisenbahnlandschaft, die nun in Schaukästen stehen, die wiederum zu einem schief aufragenden Turm geschichtet wurden. Phantasievoll bis schräg sind auch die Titel der Arbeiten. Sie heißen „Das Dilemma des Minimalisten“ oder „Find the Man of my Dreams“ (finde den Mann meiner Träume). Oder auch nur „Große Hafenrundfahrt“ und „Heimathafen“. In fast allen Arbeiten variiert die Künstlerin Aufbruch und Ankommen, Fremdheit und Familie. Und lässt doch jede Menge Freiraum für eigene Interpretationen. „Es ist besonders das Spielerische und Lebendige in der Kunst von Manuela Karin Knaut, das uns sofort überzeugt hat“, erklärt die künstlerische Leiterin des Palais, Dr. Claudia Thoben. Mit einem Augenzwinkern gelinge es Knaut, die in Gießen studierte und dort u.a. als Museumspädagogin arbeitete, Naheliegendes und Alltägliches aus einer bewussten Distanz heraus zu reflektieren. „Bemerkenswert ist auch die Vielfalt ihrer Techniken“, hebt Claudia Thoben hervor. Durch mehrfach überarbeitete Materialflächen, mit zugespitzten Bildtiteln und Wortspielen gelinge es Manuela Karin Knaut wie von Zauberhand, eine zweite Ebene in ihren Arbeiten sichtbar zu machen. Das fordert den genauen Blick. Der vielleicht sogar glücklich machen kann – für eine kleine, nicht messbare Weile.
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