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Bonsai-Zucht ist eine hohe Kunst, aber es gibt auch pflegeleichte Winzlinge Foto: privat


Altehrwürdige Schönheiten im Miniformat

Beeindruckende Bonsai-Bäume
von Thomas Krause

Bei Bonsais handelt es sich um Bäume, die mit entsprechenden Maßnahmen so gestaltet werden, dass sie klein bleiben. Dabei wirken sie aber in keiner Weise künstlich. Bonsai bedeutet so viel wie „Baum in der Schale“. Der Ursprung der Bonsais liegt in China. Wahrscheinlich brachten buddhistische Mönche im 10. Jahrhundert die Bonsais nach Japan. Dort erst gelangten sie zur Perfektion.

 


Die ältesten Bonsais in China und Japan sind etwa 800 bis 1000 Jahre alt. Wenn die Bonsai-Zucht auch von vielen Menschen auf der Welt praktiziert wird, ist der asiatische Einfluss doch offenkundig. Die eindrucksvollsten Bäume befinden sich in privaten Kollektionen in Japan.
Um einen Bonsai selber heranzuziehen und zu pflegen, braucht man viel Erfahrung und Zeit. Bonsais können aus Samen, Stecklingen und Jungpflanzen kultiviert werden. Der Neuling erwirbt aber am besten einen Miniaturbaum in einem Gartencenter oder Fachgeschäft. Ein Bonsai muss nicht teuer sein, bereits für 20 bis 30 Euro kann man die kleinen Bäume erwerben. Beim verhältnismäßig niedrigen Preis müssen Neulinge nicht zu vorsichtig sein und können nach Herzenslust experimentieren und dabei Erfahrungen sammeln. Sehr wichtig ist, dass der Bonsai am richtigen Platz steht. Jede Baumart hat andere Vorlieben. Im Allgemeinen sollte der Baum im Licht stehen, dabei aber vor Wind und starker Sonneneinstrahlung geschützt sein. Einige Zimmerbonsais vertragen es sehr gut, wenn sie während des Sommers draußen platziert werden, andere sollten jedoch im Haus bleiben. Der Standplatz im Winter hängt von der Baumsorte ab. Für den Außenbereich geeignete Bonsais müssen gut gegen die Frosttrockenheit geschützt werden, indem man sie z.B. in Styroporbehälter steckt oder mit Decken umwickelt. Zudem ist ein unbeheiztes Treibhaus eine gute Investition, um den Bonsai draußen überwintern zu lassen. Da Bonsais in kleine Töpfe gepflanzt werden, ist es wichtig, sie regelmäßig umzutopfen. Die Quantität und der Zeitpunkt variieren mit jeder Baumsorte. In der Regel sollte man alle zwei Jahre im frühen Frühling umtopfen. Grundsätzlich gilt, dass der Topf nicht zu auffallend sein sollte, sodass die ganze Aufmerksamkeit auf den Bonsai selbst gerichtet wird.

Es gibt zwei Basismischungen: Für Nadel- und Laubbäume wird oft ein vorgefertigter Boden angeboten. Nadelbäume gedeihen gut in einem lockeren Boden, der das Wasser durchlässt; Laubbäume mögen eher einen festeren Boden. Bäume, die fertig geformt sind, müssen nicht mehr viel wachsen. Hier eignet sich zum Düngen ein NPK-Wert von 5-10-5. Im Spätsommer und Herbst muss das Wachstum gestoppt werden, damit der Baum Energie zum Aufnehmen von Reserven hat, um den Winter zu überstehen. Sinnvoll ist ein Dünger mit niedrigem N- und hohem K-Wert: 5-5-15 ist ein geeignetes Verhältnis.

Das Gießen der kleinen Kostbarkeiten ist nicht ganz einfach. Bewässern nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Man sollte stets von oben wässern, das Wasser also auf die Krone des Baumes gießen. Dabei nicht zu lange gießen, damit das Wasser nicht unten herausströmt. Optimal ist eine Gießkanne mit langem Hals und sehr feinem Sprühkopf. Regenwasser ist dem Leitungswasser vorzuziehen. Der späte Abend ist ideal für die Bewässerung, da der Baum nachts in Ruhe Wasser aufnehmen kann.

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